Geboren bin ich eines Sommers Anfang der 1960er mit zwei Wochen Verzug im Kreiskrankenhaus Schongau. Zuhause war ich dann im benachbarten diakonischen Dorf Herzogsägmühle im oberbayrischen Pfaffenwinkel. Dort wuchs ich mit vier jüngeren Geschwistern in einer vielfältig engagierten Kleinfamilie auf; unser Haushalt war komplett auto- und lange Zeit auch fernsehfrei und geprägt von gelebter Religiosität. Wir waren passionierte Rad- und Bahnfahrer:innen, evangelisch, sozial, kreativ und weitgehend unsportlich.

Mein Vater, ursprünglich Schriftsetzer, dann Erzieher, schließlich Sozialpädagoge, leitete viele Jahre die Jugendabteilung der Herzogsägmühle. Meine Mutter, von Beruf Gemeindepflegerin (Katechetin aus der Bibelschule Stein), war ehrenamtlich in der Kirchengemeinde hochaktiv und gab einige Jahre lang Religionsunterricht an der Peitinger Grundschule.

Mit neun Jahren kam ich als Anfängerbläserin in den Herzogsägmühler Posaunenchor - als erstes Mädchen überhaupt - hart erkämpft, unterstützt durch meine Mutter. Ich spielte Flügelhorn, später Trompete im Alt. Die Familie pflegte internationale und interkulturelle Freundschaften, die sich durch Weltgebetstage und aus Seminarbekanntschaften von der Evangelischen Akademie Tutzing ergeben hatten. Unsere Familienurlaube verbrachten wir bei Verwandten, Freunden der Eltern oder in Jugendherbergen.

Nach zwei Jahren in der sog. "Zwergschule" der Herzogsägmühle - die im Zuge der bayrischen Schulreform dann aufgelöst wurde - besuchte ich die Grund- und Hauptschule in Peiting, dann die Realschule in Schongau und trat anschließend selbstorganisiert aufs Gymnasium Schongau über - "alea iacta est".

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich ansonsten vor allem mit Lesen, Malen, Musizieren, abendlich Geschichten an Kinderbetten erzählen, und mit langen Spaziergängen durch Wald, Wiesen und Schneefelder, oft begleitet von intensiven Gesprächen mit Freundinnen. Außerdem mit vielfältigem ehrenamtlichen Engagement, angefangen vom familiären Basteln für 'Brot für die Welt' über Jungscharleitung und Posaunenchor bis zu regelmäßiger Mitarbeit bei Freizeiten in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau bei Steingaden.

Nach dem Abi ging ich in die Ferne - zum Freiwilligen Sozialen Friedensdienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. in einem Auffanghaus für Menschen in Krisensituationen in Amersfoort/ Niederlande ('Stichting de Rotonde') - ohne Auto, ohne Handy, Skype, Zoom oder Jitsi, facebook, whatsApp, Telegram, youTube, Snapchat, Instagram oder Clubhouse und mit nur wenig Geld.

Sozialpädagogik studierte ich an der Evangelischen Stiftungsfachhochschule in Nürnberg, u.a. mit Türkisch-Kursen bei der Soziologin Meral Akkent, die später u.a. das Internationale Frauenmuseum in Istanbul aufgebaut und geleitet hat und seit 2025 endlich - Zeit wird's! - Ehrenbürgerin der Stadt Nürnberg ist. Weitere Türkisch-Kurse (u.a. als DAAD-Stipendium) folgten am Tömer-Institut der Uni Ankara. Nach dem Studium der Sozialpädagogik erhielt ich ein ASA-Stipendium der Carl-Duisberg-Gesellschaft; wir bereiteten zu viert ein Filmprojekt vor, mit dem wir Jugendliche während ihrer 'Remigration'in die Türkei begleiten und ihre Erfahrungen dokumentieren wollten; meine Mitwirkung am Projekt musste ich wegen Beginn meiner Berufstätigkeit im Degrin e.V. zwar vorzeitig abbrechen, der Film gelang aber trotzdem.

Ab 1988 arbeitete ich ehrenamtlich, von 1989 bis 2001 hauptamtlich beim Degrin e.V. in Nürnberg mit, einer Initiativgruppe im Stadtteil Gostenhof; dort waren rund 30 Bürger:innen ehrenamtlich in der Migrant:innen- und Antirassismusarbeit aktiv. Viele Jahre engagierte ich mich in der Nürnberger Bürgerinitiative gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf (WAA) und arbeitete eine Zeitlang ehrenamtlich mit in der Redaktion des 'Straßenkreuzer', Frankens Magazin für Menschen in sozialer Not.

Während der Degrin-Zeit besuchte ich verschiedene Kurse im journalistischen und PR-Bereich, ab 2000 nahm ich dann berufsbegleitend am 13. Studiengang Öffentlichkeitsarbeit beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) teil und durfte dort das legendäre Dozent:innenteam Marianne Ohmann†, Rainer Lange und Wolfgang Kroeber noch live erleben.

Meine erste Stelle als Öffentlichkeitsreferentin bekam ich 2001 bei der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, Löwenstein (BW); danach arbeitete ich einige Monate beim Deutschen Müttergenesungswerk / Elly-Heuss-Knapp-Stiftung in Stein bei Nürnberg, bis meine Teilzeitstelle aus betrieblichen Gründen wieder gestrichen wurde. 18 Jahre lang - von Mai 2002 bis Ende März 2020 - war ich dann in Vollzeit als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK) in Rendsburg tätig, bis 2009 auch als Referentin für Fortbildung.

Nach einem kurzen Zwischenspiel bei einem regionalen sozialen Träger ließ ich mich von Dezember 2020 bis April 2021 in einer Vollzeitweiterbildung zur ‚Online-Redakteurin‘ updaten, um auf weitere virtuelle berufliche Aufgaben vorbereitet zu sein. Im Kurs ging’s um Contentmarketing, Webdesign, Onlinestrategien, Suchmaschinenoptimierung und derlei mehr.

Seit Februar 2022 bin ich zurück in der Metropolregion Nürnberg. Dort durfte ich bis Ende 2024 beim Seniorenamt in einem spannenden Projekt mitwirken: 'Wege in die digitale Welt für Ältere'. Den Weg dazu hatte mir meine Tätigkeit als Kursleiterin an der Förde-VHS in Kiel geebnet. Dort hatte ich Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderung und des Seniorenbeirats der Stadt Kiel bei ihren ersten Schritten am iPad begleitet. Von Mitte Juli 2022 bis Ende 2025 war ich außerdem beim FrauenWerk Stein e.V. tätig und dort in erster Linie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ebenfalls in einer befristeten Teilzeitstelle.

Für eine gute work life balance brauche ich das Leben im Grünen inmitten weitgehend wilder Flora und Fauna. Ich male und fotografiere, mache gelegentlich Musik, liebe Geschichten und Geschichte und interessiere mich für Sprachen, Gesellschaft und Soziales. Erholung pur waren für mich eine Zeitlang die Fahrten auf "meinem Schiff", der MS Lofoten, entlang der Norwegischen Küste. Dieses Schiff aus der Flotte der Hurtigruten wurde Ende 2020 leider aus dem Dienst der Kystrute gestellt.

Viele Jahre war ich in Evangelischen Posaunenchören aktiv, nach Herzogsägmühle in Neuendettelsau, Jevenstedt, Rendsburg, Sehestedt und Flemhude-Westensee und nun wieder im Raum Nürnberg. Neben Kirchentagen und Landesposaunentagen durfte ich auch die drei Deutschen Evangelischen Posaunentage 2008 in Leipzig, 2016 in Dresden und 2024 in Hamburg als Bläserin live miterleben.

Gerne gehe ich ungewöhnliche und auch neue Wege - und das ist keine Frage des Alters. Zwar bin ich kein digital Native aber passionierter digital Explorer, wissbegierig, aufgeschlossen und vielseitig, und ich teile meine eigenen Erfahrungen gerne. „Gutmensch“ halte ich nicht für ein Schimpfwort sondern für eine Auszeichnung. Ich bevorzuge flache Hierarchien und schätze aufrechte Bürger:innen. Und freue mich auf die spannenden Aufgaben, die noch vor mir liegen.

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